Retrokonversion eines Katalogs versteckter Bilder zu Ost- und Südosteuropa und Digitalisierung historischer Fotografiesammlungen (ImagOst)
Projektleiter: Tillmann Tegeler
Projektbearbeiterin: Susanne Lang
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (2025–2028)
ImagOst ist ein Pilotprojekt zur Erschließung historisch relevanter Bildquellen für die Ost- und Südosteuropaforschung. Mit der Retrokonversion eines Katalogs versteckter Bilder und der Digitalisierung historischer Fotografien werden Recherchemöglichkeiten geschaffen, die den Zugriff auf die wichtige Quellengattung der Bilder signifikant verbessert. ImagOst schließt damit an das Vorgängerprojekt des IOS zu den versteckten Karten, GeoPortOst, an und baut auf den dort gemachten Erfahrungen auf.
Grundlage für das Projekt ist ein umfangreicher Zettelkatalog des Osteuropa-Instituts München, eines Vorgängerinstituts des IOS. Der Katalog verzeichnet auf 15.625 Karteikarten Bilder aus Monografien und Sammelwerken zu Osteuropa. Einige Karten weisen mehr als ein Bild nach, so dass über 20.000 Bilder nachgewiesen werden können. Die Retrokonversion generiert Datensätze für die Bilder, die mit den Datensätzen der übergeordneten Werke verknüpft und in den B3Kat eingespielt werden. Damit werden die katalogisierten Bilder im Regensburger Katalog, im Gateway Bayern und in Osmikon, dem Forschungsportal zu Ost, Ostmittel- und Südosteuropa, angezeigt und für die bibliografische Recherche zugänglich.
In einem zweiten Schritt erfolgt die Digitalisierung von relevantem Bildmaterial. Eine Auswahl urheberrechtsfreier versteckter Bilder und historischer Fotografien u.a. aus den Beständen der Vorgängerinstitute, dem Osteuropa-Institut München und dem Südost-Institut, werden als Digitalisate im Open Access zugänglich gemacht. Da im Zettelkatalog kaum Bilder zu Südosteuropa verzeichnet waren, werden mit einem Fokus auf Porträts und Ortsansichten weitere 120 Publikationen mit Bildern für die Digitalisierung erschlossen und verfügbar gemacht. Außerdem wird Bildmaterial aus den Digitalisierungsprojekten zu jüdischen und deutschsprachigen Periodika aus dem östlichen Europa in ImagOst aufgenommen und entsprechend nachgewiesen.
ImagOst soll über den Nachweis der Bilder hinaus, forschungsunterstützende Funktionalitäten anbieten. Hierzu werden die Bilddigitalisate mit dem Annotationstool Recogito verknüpft und den Benutzenden die Möglichkeit geboten, die Bilder zu kommentieren, zu lokalisieren, mit Normdaten anzureichern und zu teilen.
Gemeinsam mit dem Stabsreferat Formalerschließung der Bayerischen Staatsbibliothek wird eine „Handreichung zur Katalogisierung versteckter Bilder als unselbständige Werke“ erarbeitet und so ein Beitrag zur Entwicklung von Standards für die Erschließung unselbständiger Bilder geleistet.
Gefördert durch