Neu erschienen: "Vertreibung und Erinnerung"
Im Verlag Franz Steiner ist der Band „Vertreibung und Erinnerung. Forschungsstand und Geschichtspolitik im östlichen Europa“ erschienen, herausgegeben von Katrin Boeckh, der Leiterin der am IOS angesiedelten Forschungsstelle „Kultur und Erinnerung: Heimatvertriebene und Aussiedler in Bayern“.
80 Jahre nach der Vertreibung der Deutschen aus Mittel- und Osteuropa legt dieses Buch erstmals eine umfassende Synthese des Forschungsstands aus internationaler Perspektive vor. Der Band vereint führende Historikerinnen und Historiker aus den Ländern des östlichen Europa, die in einem einzigartigen Gemeinschaftsprojekt ihre regionalen Perspektiven zusammenführen. Gleichzeitig wird kritisch beleuchtet, wie diese Geschichte bis heute politisch erinnert, aber auch instrumentalisiert wurde. Der Band eröffnet neue Zugänge zur wissenschaftlichen Bearbeitung von Flucht und Vertreibung im östlichen Europa jenseits nationaler Narrative. Wer verstehen will, wie Erinnerungskulturen entstehen und warum sie nach dem Ende des osteuropäischen Staatssozialismus neu diskutiert werden, findet hier fundierte und vielstimmige Antworten.
Der Band beinhaltet mehrere Beiträge von Forscherinnen des IOS:
- Katrin Boeckh: „Nach 80 Jahren Flucht und Vertreibung. Forschungsgeschichte und Perspektiven“
- Theresa Stangl: „Die deutschen Minderheiten in der Slowakei und in Bayern heute“
- Daniela Neri-Ultsch: „Bayerische Versöhnungspolitik nach 1989/90 am Beispiel des Eichendorff-Kultur- und Begegnungszentrum in Lubowitz/Lubowice Heimatvertriebene als Brückenbauer zu den östlichen Nachbarn“
- Katrin Boeckh: „Pius XII. und die Vertreibung der Sudetendeutschen. Bayern im Blick“
Boeckh, Katrin (Hrsg.): Vertreibung und Erinnerung. Forschungsstand und Geschichtspolitik im östlichen Europa. Stuttgart: Franz Steiner Verlag, 2026, 308 Seiten, ISBN 978-3-515-14053-9.